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25 Jahre AMS

Die AMS feiert 25-jähriges Bestehen!

 

Anlässlich dieses Jubiläums der Gesellschaft für Mess- und Systemtechnik mbH - kurz AMS - wurden dem Gründer und Geschäftsführer, Herrn Dr. Bernhard Sünder, ein paar Fragen zum Unternehmen und bisherigen Meilensteinen sowie Innovationen gestellt und mit ihm zusammen ein Blick in die Zukunft von Big Test Data & Co. gewagt...

Vor 25 Jahren haben Sie die AMS GmbH gegründet. Erzählen Sie doch bitte, was Sie damals dazu bewegt hat, ein eigenes Unternehmen zu gründen!

Zur damaligen Zeit war ich Business Unit Manager für Universal-Messtechnik bei HBM. Die messtechnische Software auf PCs steckte noch in den Kinderschuhen und ich bekam die Chance, mich mit der von mir initiierten Software BEAM selbstständig zu machen. Eine solche Chance ließ ich mir nicht entgehen.

Die AMS GmbH ist ein Software-Unternehmen, welches Systeme und Tools für das Post-Processing von Messdaten entwickelt und kundenspezifisch modifiziert. Wieso haben Sie sich auf diesen Teil spezialisiert?

Das Gros der Firmen im messtechnischen Bereich spezialisiert sich auf das Erzeugen von Messdaten, Sensorik und Datenerfassung. Die Verwaltung der Messdaten und dem Nutzen der Assets der Versuchsdaten z.B. Data-Mining sind Forderungen, die in den letzten 4 Jahren massiv gestellt wurden. Hier konnten wir in den letzten Jahren wegweisende Lösungen entwickeln.

AMS Gründer & CEO
Dr. Bernhard Sünder - AMS Gründer & CEO

Die AMS GmbH hat im Laufe ihres Bestehens eine ganze Reihe an modernen Technologien und Innovationen geschaffen. Beispielsweise wurde ein Kommunikationsprotokoll EnCom entwickelt, welches die Technik der Übertragung großer Datenmengen revolutionierte…

Ja, häufig sind die kleinen, kaum sichtbaren Technologien wesentlich für das große Konzept. So zum Beispiel die Kommunikationstechnologie EnCom. Sie ermöglicht zwei Programmen, die über Netzwerk verbunden sind, effizient messtechnische Daten (Signale) auszutauschen. Unentbehrlich ist die 'Interaktive Auswertung' im Workflow innerhalb eines Messdaten-Management-Systems. Die Gigabytes an Daten auf dem Server können nicht einfach heruntergeladen werden, da sonst das Netzwerk zusammenbrechen würde. Nur durch die Datenreduktion der EnCom-Technologie ist dieser Usecase auch im größeren Stil lösbar.

 

Was waren - aus beruflicher Sicht - Ihre persönlichen Highlights aus den vergangenen 25 Jahren und warum?

Ein prägender Schritt war der Gang nach China. Das Potential vor Augen flog ich im Herbst 2012 nach Shanghai zur neu eröffneten Testing-Expo. Nur 5 Poster und mein Laptop waren im Gepäck. Auf dem leeren Messestand war ich sofort umzingelt von Chinesen, die mir unterschiedliches Standzubehör anboten. Ein 45'' Monitor zur Miete sollte zunächst 400,- € kosten, nach 3 Stunden waren wir dann bei 50,- € inklusive Stand. Am ersten Tag der Messe hatte ich dann einen kompletten Stand. Es war der Beginn der 'Erfolgsstory China'.

 

Welche persönliche Bilanz ziehen Sie in diesem Jahr für die AMS GmbH?

25 Jahre sind eine lange Zeit. 25 Jahre innovative Spitzenleistung zu bringen, erfordert viel persönliche Energie, aber auch gutes Personal - perfekte Programmierer, die die Ideen dann auch umsetzen. Es war ein risikoreicher Schritt, aber heute kann ich sagen: der Richtige.

 

 

Der Begriff 'Big Data' wird derzeit oft und auch kontrovers diskutiert. Wie positionieren Sie und Ihre Firma sich zu diesem Thema?

Die Menge der Messdaten nimmt exponentiell zu. Speziell für Businessdaten wurden im Silicon Valley Technologien unter dem Begriff 'Big Data' entwickelt. Es zeigt sich aber immer mehr, dass diese Technologien nicht optimal für Messdaten sind. Deshalb haben wir Alternativen entwickelt, die auch auf den bekannten Paradigmen der Parallelität und 'Analysis to the Data' basieren und den spezifischen Anforderungen für Messdaten gerecht werden. 25 Jahre Messdatenauswertung sind da sehr hilfreich. Um uns klar von den Businessdaten-Lösungen abzusetzen, haben wir den Begriff BIG TEST DATA geprägt. Verschiedene Technologien wurden entwickelt, um spezielles Data-Mining für Messdaten zu realisieren. Heute bieten wir diesen Workflow für Ingenieure an.

Big Test Data
AMS Toolchain

Mit der Entwicklung eines modernen Messdaten-Management-Systems und einer Auswerte- und Visualisierungssoftware für Messdaten im Big Data-Bereich hat die AMS GmbH ja eigentlich den gesamten Workflow für das Post-Processing von Testdaten abgedeckt, oder?

Eigentlich gibt es 3 wichtige Workflows:

1. Server basierte Berichte (Reporting on demand)

2. Interaktive Auswertung

3. Data-Mining, inkl. Parallele Cluster Auswertung

Die AMS realisiert heute alle 3 Workflows. In diesem Jahr ist Data Mining als dritter Zweig hinzugekommen. 'Analysis on Demand' kann man diesen auch nennen. Im ersten Schritt definiert der Ingenieur einen Filter für die 20.000 Versuche, die für das Data Mining interessant sind. In einem Cluster-Prozess werden diese parallel ausgewertet, d.h. es werden beispielsweise bestimmte Ereignisse gesucht und dann mit den zugehörigen Parametern in eine Tabelle gespeichert. Diese Tabelle wird nun mit typischen Data Mining-Algorithmen analysiert. Die AMS stellt hierzu ein ganzes Set an Algorithmen zur Verfügung, doch kann jeder Kunde auch eigene Algorithmen entwickeln und nutzen.

 

Wo geht, Ihrer Meinung nach, diese Entwicklung von Big Test Data und Data Mining hin? Ist die AMS GmbH für die Anforderungen der ANALYTICS 4.0 gerüstet?

Wir haben heute schon Kunden, die 10.000 Tests pro Tag (!) einlagern. In Kürze spricht man nicht mehr von Petabytes, sondern Exabytes. Das bedeutet wiederum, leistungsfähige Software ist gefordert, diese gigantische Informationsquelle zu verwalten und zu analysieren. Auf der diesjährigen Testing-Expo in Stuttgart konnten wir sehen, dass wir die richtigen Technologien bereits entwickelt haben und somit auf dem richtigen Weg sind. Es werden aber auch wieder neue Herausforderungen kommen und es ist mir ein persönliches Vergnügen, diese technische Entwicklung unter dem Begriff 'Analytics 4.0' zu begleiten.